Das Projekt

Führung durch die Ausstellung Stadtpark Erinnern Sie sich , Guido Fackiner Generationenpark28. April 2007
Am 28. April 2007 wurde mit einer Ausstellung und einem Sektfrühstück der Dessauer Parksommer 2007 im Stadtpark eröffnet. Über hundert Dessauer hatten ihre Fotos, Gedichte und Texte zum Stadtpark beim Stadtarchiv abgegeben. An den Stadtpark von früher wurde sich gern erinnert: Fotos von Jugendweihen, vom Eis essen, Schlitten fahren oder Bäume pflanzen wurden eingesandt.

Seit Ende der neunziger Jahre hielt das schlechte Image des Parks viele von ihren Parkbesuchen ab.

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Der Straßenverkehr und die mangelnden Verbindungen brachten den Park in eine Insellage. Der Park verwaiste, der Verlust an sozialer Aufmerksamkeit für den Park führte zu mangelnder Sicherheit, Kleinkriminalität machte sich breit. Doch nach wie vor ist er ein Ort zum Erholen und Spielen und mit seinen Skulpturen ein lebendiges Kulturgut inmitten der Stadt. Auf einer öffentlichen Diskussion zum Stadtpark im Jahr 2001 hob der Frankfurter Kulturdezernent Klempp die Bedeutung des Stadtparks für Dessau hervor: „…dieser Park ist eine Chance, der Stadt einen identitätsstiftenden Kern zu erhalten.“ (MZ 14.8.2001)

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Das ist auch das Ziel des Modellvorhabens, das von dem Bundesamt für Raumordnung und dem Bundesministerium für Bauwesen, Verkehr und Städtebau gefördert wird. Die Erneuerung des Stadtparks soll zu einer Stabilisierung des innerstädtischen Kerns beitragen. Ein Park für jung und alt wird entstehen. Das Projekt will den Stadtpark zu dem machen, was er ist, ein Park im Herzen von Dessau. Daran mitzuwirken, waren und sind alle Bürger und Bürgerinnen aufgerufen.

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Am 2. und 3 Juni 2007 kamen dann alle im Stadtpark zusammen: Senioren und Anwohner, Kinder und Jugendliche, Vereine und Gewerbetreibende, die jüdische Gemeinde und das Multikulturelle Zentrum und die Afrikanisch-deutsche Initiative, um sich über die Umgestaltung des Parks zu verständigen. Insgesamt über 100 Menschen haben an den Werkstätten teilgenommen. Moderiert wurden sie mit beeindruckendem Elan von der früheren Bremer Bausenatorin Ulla Luther.

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„Der Stadtpark ist besser als sein Ruf“ – das war das einhellige Ergebnis der Parkwerkstätten. Doch die Ansprüche an den Park unterschieden sich. Für die Senioren und Anwohner stand der Wunsch nach Spaziergängen, ordentlichen Wegen und gepflegten Wiesen, schönen Blumenrabatten und vielen Bänken im Vordergrund. Auch ein Seniorenpfad wurde gewünscht. Andere Gruppen wie Jugendliche, Kinder, Vereine betrachten den Park als einen Erlebnisraum für Aktionen, Sport und Spiel. Alle Gruppen übergreifend war der Wunsch nach mehr Sicherheit. Auch die Bereitschaft, sich an der Pflege und Instandhaltung zu beteiligen, war bei allen vorhanden. Zu den Werkstätten waren drei Büros eingeladen: Raumlabor und Anna Viader aus Berlin, St raum a, ebenfalls Berlin, und lohrer.hochrein aus Magdeburg. Zunächst hörten sie zu, stellten dann am 16. Juni ihre Ideenskizzen der Parkwerkstatt zur Diskussion, und am 30. August standen dann drei Konzepte zur Auswahl:

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ST raum a gingen mit einen Stadtgarten ins Rennen. Sie hoben den historischen Garten hervor und ergänzten diesen ruhigeren Bereich durch ein Aktionsfeld für Spiele und Bewegung im Park. Raumlabor kartierte die Wünsche der Parkwerkstatt im Park. Daraus entwickelte Anna Viader einen Erlebnispark mit Sport- und Spielfeldern und einer großen Bühne bei der Sonnenuhr.

Axel Lohrer präsentierte einen Volkspark. Bäume wurden zu Clumps wie im Wörlitzer Gartenreich gruppiert, der Park gelichtet und so wieder Sichtbarkeit erzeugt und die Sicherheit erhöht. Die Baumgruppen sind die Orte für Bühnen, Aktionsfelder und Erholung. Die Parkwerkstatt votierte für den Entwurf von St raum a, da der Entwurf sich auf den historischen Park konzentrierte, aber auch Raumlabor fand bei einigen Gruppen Anklang. In der Jury nahmen zwei Fachexperten, Mitglieder des Stadtrates und des Bauhauses teil. Sie kürten den Entwurf von lohrer.hochrein zum Sieger, da er mit dem alten Baumbestand arbeitet, die Übergänge zu benachbarten Stadtteilen ausarbeitet und ein einheitliches Raumbild erzeugt.

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Für die konkrete Ausgestaltung der einzelnen Orte wurden im Winter noch Spaziergänge mit den Gruppen aus der Parkwerkstatt übernommen: Seniorenpfad, ein Sportfeld, ein Schachfeld, Bänke für die Senioren und Möglichkeiten zum Chillen für die Jugendlichen, die Orte für die Bühne und Kulturzelle wurden diskutiert.

Die Fragen, die gestellt wurden sind noch im Gange: wer wird die neuen Aktionsfelder und die Bühnen betreuen? Die Stadt will einen Parkmanager, der die Aktivitäten anstößt und koordiniert, bestellen. Doch auch die Mitwirkung der Bürger und Bürgerinnen am Park in ihrem Stadtzentrum ist weiterhin gefragt. Denn nur ein belebter und genutzter Park ist ein sicherer Park.